„Zieht die ganze Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt.“ Epheser 6,11

Viele von uns haben diesen Vers schon gehört und vom „Helm des Heils“ und dem „Panzer der Gerechtigkeit“ gelesen. Aber vielleicht weißt du nicht, dass der Erste, der diese Rüstung trug, Jesus selbst war:

„Und Er sah, dass niemand da war, und war erstaunt, dass kein Fürsprecher da war; da brachte Ihm Sein eigener Arm das Heil … Er legte die Gerechtigkeit an wie einen Brustpanzer und setzte den Helm des Heils auf Sein Haupt“ Jesaja 59,16-17.

Dies ist eine alttestamentliche Prophezeiung über Jesus, auf die sich Paulus in Epheser 6 bezieht.

Das Erstaunliche daran ist jedoch, dass dieser Vers zeigt, wie Jesus die Rüstung Gottes anlegt, um für uns einzutreten. Und nun ruft Er uns dazu auf, Seinem Beispiel der Fürbitte zu folgen.

Waffenträger im Alltag

In den Schriften des Alten Testaments und in früheren Zeiten hatte ein Krieger oft einen Waffenträger – einen stillen, namenlosen Helfer, der die Rüstung trug, bei Gefahr in seiner Nähe blieb und dafür sorgte, dass der Krieger bei Bedarf vollständig für den Kampf ausgerüstet war. Dieses Bild passt zu unserer Berufung, Fürsprecher für unsere Ehepartner, Kinder und unsere Gemeindefamilie zu sein, ganz nach dem perfekten Vorbild Jesu, der weiterhin unser Waffenträger ist, indem Er lebt, um für uns einzutreten (Hebräer 7,25).

Wir erleben solche Kämpfe jeden Tag in unserem Leben:

  • Ein Ehepartner, der von Entmutigung, Selbstmitleid, Sorge oder einer schwierigen beruflichen oder finanziellen Situation belastet ist
  • Ein Kind, das mit Unsicherheit, einer verborgenen Sünde oder einer schwierigen Situation in der Schule ringt
  • Ein Bruder oder eine Schwester, die von der Sünde besiegt sind oder sich manchmal nicht bewusst sind, dass die Sünde sie vergiftet

Unsere Reaktion darf nicht darin bestehen, aus der Ferne zu kritisieren, sondern wir müssen Waffenträger sein, die sagen: „Dein Kampf ist mein Kampf. Deine Schwäche ist meine Schwäche. Ich werde dir beistehen, so wie Jesus mir beigestanden ist.“

Merkmal Nr. 1 der fürbittenden Liebe: Ich werde zu 100 % bei dir sein

In 1. Samuel 14 zieht Jonathan mit nur seinem Waffenträger los, um eine Garnison der Philister anzugreifen. In einem riskanten Akt des Glaubens klettert er zwischen zwei scharfen Felsen hindurch und sagt: „Vielleicht wird der Herr für uns wirken, denn der Herr ist nicht darauf beschränkt, durch viele oder durch wenige zu retten“ (1. Samuel 14,6). Sein Waffenträger antwortet mit einer wahrhaft erstaunlichen Reaktion: „Tu, was du für das Beste hältst, ich stehe voll und ganz hinter dir, egal, wie du dich entscheidest“ (1. Samuel 14,7 NLT).

  • Ehefrauen: Wenn euer Mann in einen geistlichen Kampf zieht, ist eure Reaktion dann: „Ich stehe voll und ganz hinter dir“, oder sät ihr Zweifel und Furcht?
  • Ehemänner: Wenn eure Frau zu kämpfen hat, bleibt ihr kritisch und distanziert, oder tretet ihr ein, als wäre ihre Schwäche eure eigene?
  • Brüder und Schwestern: Wenn eure Ältesten eine Prüfung durchleben und im Vertrauen auf den Herrn schwierige Entscheidungen treffen, unterstützt ihr sie dann als Waffenträger oder haltet ihr euch als Kritiker zurück?

Jesus warnt uns vor einem Geist der Anklage: Wir bemerken einen Splitter im Auge unseres Bruders, während ein Balken des Urteils in unserem eigenen steckt. Aber die Geschichte endet nicht damit, dass wir den Balken der Anklage loswerden. Sie endet damit, dass wir den Splitter aus dem Auge unseres Bruders entfernen, NACHDEM wir uns selbst von einem Geist der Anklage befreit haben. Das kann nur geschehen, wenn wir an einen Punkt gelangen, an dem sich der Splitter unseres Bruders so anfühlt, als stecke er in unserem eigenen Auge. „Lasst uns diese Last ablegen und gemeinsam laufen, indem wir auf Jesus schauen“ (Hebräer 12,1). Deine Last ist nicht mehr nur deine, sie ist jetzt UNSERE Last.

Jakobus 5,20 sagt: „Wer einen Sünder von seinem Irrweg abwendet, wird seine Seele vor dem Tod retten und eine Menge Sünden zudecken.“ So deckt die Liebe eine Menge Sünden zu (1. Petrus 4,8). Liebe ignoriert die Sünde nicht; sie kämpft für Buße und Wiederherstellung.

In Judas 22-23 heißt es: „Und habt Barmherzigkeit mit einigen, die zweifeln; rettet andere, indem ihr sie aus dem Feuer reißt … zeigt Barmherzigkeit mit Furcht und hasst sogar das vom Fleisch befleckte Gewand.“ Fürbittende Liebe ist darauf bedacht, nicht von der Sünde verdorben zu werden, doch voller Barmherzigkeit und unermüdlich darin, einen geliebten Menschen aus der Sünde zu befreien, die ihn verzehrt.

Merkmal Nr. 2 der fürbittenden Liebe: Ich werde weniger reden und mehr beten

Es gibt eine Art „stillen Evangelismus“, den die Schrift lobt. In 1. Petrus 3,1–2 heißt es: „Ebenso, ihr Frauen, seid euren eigenen Männern untertan, damit auch diejenigen, die dem Wort nicht gehorchen, ohne ein Wort durch das Verhalten ihrer Frauen gewonnen werden, wenn sie euer reines und respektvolles Verhalten beobachten.“ Wusstest du, dass du eine Seele gewinnen kannst, ohne auch nur ein Wort zu sagen?

Wenn es heißt „ebenso“, ist das Beispiel, dem man folgen soll, ein paar Verse zuvor in 1. Petrus 2,23 zu finden, wo über Jesus gesagt wird: „Als Er geschmäht wurde, schmähte Er nicht wieder; als Er litt, drohte Er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet.“

Das bedeutet, dass dieses Muster für uns alle gilt, nicht nur für Ehefrauen, denn es ist Jesus, der als Beispiel gegeben ist. Fürbittende Liebe bedeutet oft, weniger Worte an Menschen und mehr Worte an Gott zu richten.

Es ist interessant zu sehen, was Paulus direkt nach der Beschreibung der Rüstung Gottes sagt, was uns einen Hinweis auf den umfassenderen Zweck dieser Rüstung gibt. Direkt nach den Versen über die Rüstung Gottes sagt Paulus in Epheser 6,18: „Betet zu jeder Zeit mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen.“ Es ist ein revolutionärer Gedanke, mich selbst so zu sehen, dass ich die Rüstung Gottes nicht nur anziehe, um für mich selbst einzustehen, sondern um im Kampf für andere zu beten – angefangen in meinem eigenen Zuhause und dann weiter in meiner Gemeinde und Gemeinschaft.

In ähnlicher Weise vermittelt uns Jesaja ein wunderschönes Bild von dieser Art des Kampfs der Fürbitte.

Jesaja 62,1: „Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht ruhen, bis ihre Gerechtigkeit hervorbricht wie das Licht und ihr Heil wie eine brennende Fackel.“

Ersetze „Zion“ und „Jerusalem“ in diesem Vers durch den Namen deiner Ehefrau, den Namen deines Bruders, den Namen deines Kindes: „Um meiner Frau willen werde ich nicht schweigen … um meines Kindes willen … um meines Bruders willen.“

Das ist ein Fürbitte Dienst – unermüdlich, oft unsichtbar, aber kostbar vor Gott. Samuel empfand dies so tief, dass er sagte: „Es sei fern von mir, dass ich gegen den Herrn sündige, indem ich aufhöre, für euch zu beten“ (1. Samuel 12,23). In seinen Augen bedeutete es, gegen Gott zu sündigen, wenn er aufhörte, Fürbitte zu leisten. Selbst als Saul vom rechten Weg abkam und die Salbung verlor, hörte Samuel nie auf, um ihn zu trauern, obwohl er ihn nie wieder sah (1. Samuel 15,35).

Fürbittende Liebe kann bedeuten, weiter zu beten, lange nachdem die Beziehung schwierig oder distanziert geworden ist.

Merkmal Nr. 3 der Fürbittenden Liebe: Ich werde Gottes Gerechtigkeit über dich verkünden

In Sacharja 3 steht der Hohepriester Josua in schmutzigen Gewändern vor dem Engel des Herrn, während Satan dort ist, „um ihn anzuklagen“. Der Herr antwortet in Sacharja 3,2: „Der Herr weise dich zurecht, Satan! Ja, der Herr, der Jerusalem erwählt hat, weise dich zurecht! Ist dieser nicht ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerettet wurde?“

Dann gebietet Gott: „Zieht ihm die schmutzigen Kleider aus.“ Zu Josua sagt Er: „Sieh, ich habe deine Schuld von dir genommen und werde dich mit Festgewändern bekleiden.“ Sacharja fügt dann in Vers 5 hinzu: „Setzt ihm einen reinen Turban auf den Kopf.“

Das ist das Herz des Vaters gegenüber dem verlorenen Sohn: Beim ersten Anzeichen von Buße rennt Er hin, umarmt ihn, kleidet ihn, stellt ihn wieder her und freut sich. Unsere Reaktion (anders als die des älteren Bruders in dieser Geschichte) muss darin bestehen, diese gleiche Freude, dieses Feiern und diese Rechtfertigung beim ersten Anzeichen aufrichtiger Buße widerzuspiegeln. Nicht: „Okay, das ist ein Anfang; wir werden sehen, ob du es ernst meinst.“ Sondern vielmehr: „Der Herr hat deine Schuld weggenommen und dich für gerecht erklärt, als du Buße getan hast. Ich schließe mich freudig Seinem Urteil über dich an und feiere es.“

Ein Aufruf für unsere Familien und unsere Gemeinde

Stellt euch Familien vor, in denen Ehemänner und Ehefrauen einander als Waffenträger dienen; in denen Eltern Anschuldigungen ablehnen und stattdessen über ihre Kinder wachen und für sie beten; stellt euch eine Gemeinde vor, in der Brüder und Schwestern still füreinander um die Heiligkeit kämpfen. Stellt euch Familien und Gemeinden vor, in denen:

  • Wir die Kämpfe des anderen wie unsere eigenen tragen.
  • Wir weniger reden und mehr beten.
  • Wir beim ersten Anzeichen von Buße eilen, um Gottes Verheißung der Gerechtigkeit über einander auszusprechen.

„Möge der Herr uns zu Wächtern und Waffenträgern erheben – zu Menschen der Fürbitte aus Liebe“ – in unseren Ehen, in unseren Familien und in unserer Gemeinde.

Empfohlene Predigten: https://youtube.com/@CFCDeutsch

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