Damit unser Glaube unerschütterlich ist, muss er auf drei Tatsachen, die Gott betreffen, ruhen – Seine vollkommene Liebe, Seine absolute Macht und Seine vollkommene Weisheit. Wenn wir von Seiner Liebe überzeugt sind, dann müssen wir auch gleichermassen von Seiner souveränen Macht überzeugt sein.
Deshalb hat Jesus uns gelehrt, unsere Gebete so zu beginnen, indem wir sie an Gott als „unseren Vater, der im Himmel ist“ richten.
„Unser Vater“ erinnert uns an Seine vollkommene Liebe, und „der im Himmel ist“ erinnert uns, dass Er der allmächtige Gott ist, der über Alles in absoluter Souveränität regiert, was auf der Erde geschieht. Da Er Gott ist, ist Er auch vollkommen weise, und ordnet unsere Wege vollkommen gemäss Seiner Weisheit.
„Dieser Gott – sein Weg ist tadellos (Seine Weisheit ist vollkommen)…und Er macht meinen Weg tadellos. (Er ordnet meine Umstände vollkommen)“ (Psalm 18,31-33)
Wenn Gott nicht vollkommen wäre, in Liebe, Macht und Weisheit, dann hätte unser Glaube keine ausreichende Grundlage auf der er ruhen könnte. Aber weil Er alle drei Eigenschaften besitzt, müssen wir nie wanken.
Glaube ist das Anlehnen der menschlichen Persönlichkeit an Gott in völliger Zuversicht auf Seine vollkommene Liebe, Seine absolute Macht und Seine vollkommenen Weisheit.
Wir werden alle bereitwillig anerkennen, dass Gottes Weisheit vollkommen ist. Seine Wege sind so viel höher als unsere, so wie der Himmel über der Erde ist.
„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“
Deswegen können wir oft nicht verstehen, wie Er wirkt oder wie Er unsere Angelegenheiten ordnet. Wenn ein Kind alle Wege seines Vaters nicht verstehen kann, dann ist es nicht überraschend, wenn wir ebenfalls nicht alle Wege Gottes verstehen können. Wenn wir jedoch geistlich wachsen und mehr Anteil haben an der göttlichen Natur, werden wir anfangen, die Wege Gottes besser zu verstehen.
Die völlige Souveränität Gottes über alle Menschen und Umstände ist eine Angelegenheit, bei der viele Gläubige weiterhin im Zweifel bleiben. Sie mögen Lippenbekenntnis üben, aber sie glauben es nicht, dass es im täglichen Leben funktioniert. Doch die Schrift ist voll von Beispielen, wie Gott souverän für Sein Volkes wirkte – und oft auf unwahrscheinlichste Art.
Viele von uns sind mit den offensichtlichen Wundern vertraut, in welchen Gott im Namen Seines Volkes wirkte – so wie beispielsweise die Befreiung der Israeliten aus Aegypten usw. Aber wir übersehen oft das grössere Wunder, mit denen Gott den Spiess umgedreht hat, als Satan das Volk Gottes angegriffen hat.
Der Fall Josephs ist ein Klassiker. Gott hatte einen Plan für den elften Sohn Jakobs, ihn mit dreißig Jahren zum zweitmächtigsten Mann in Ägypten zu machen.
Joseph war ein gottesfürchtiger Knabe und wurde deshalb von Satan gehasst. Und so hat Satan seine älteren Brüder aufgestachelt, ihn loszuwerden. Aber Gott stellte sicher, dass sie Josefs’ Leben nicht wegnahmen. Sie schafften es jedoch, ihn an ein paar ismaelitische Händler zu verkaufen. Aber wohin, denkst du, brachten diese Händler Joseph? Natürlich nach Ägypten. Damit war der erste Schritt in Gottes Plan vollendet!
In Ägypten wurde Joseph von Potiphar gekauft. Auch das war von Gott geleitet. Die Frau Potiphars war eine böse Frau. Sie fand Josef attraktiv und versuchte immer wieder, ihn zu verführen. Als sie schließlich merkte, dass sie keinen Erfolg hatte, beschuldigte sie Josef fälschlicherweise und ließ ihn ins Gefängnis werfen. Aber wen hat Joseph wohl im Gefängnis getroffen? Den Mundschenk des Pharaos! Gott hatte dafür gesorgt, dass auch der Mundschenk des Pharaos zur gleichen Zeit ins Gefängnis kam, damit Joseph ihn treffen konnte. Das war Schritt zwei in Gottes Plan.
Gottes dritter Schritt war, dass der Mundschenk des Pharaos Joseph für zwei Jahre vergaß. „Der oberste Mundschenk dachte nicht an Joseph, sondern vergaß ihn. Nach zwei ganzen Jahren hatte der Pharao einen Traum … Da redete der oberste Mundschenk mit dem Pharao … (1. Mose 40,23; 1. Mose 41,1-9).
Das war der Zeitpunkt, an dem Joseph nach Gottes Zeitplan aus dem Gefängnis entlassen werden sollte.
Psalm 105,19-20 sagt: „Bis sich sein Wort erfüllte, prüfte ihn das Wort des Herrn. Da sandte der König hin und ließ ihn freilassen und befreite ihn.“
Joseph war jetzt 30 Jahre alt. Gottes Zeit war gekommen. Und so schenkte Gott dem Pharao einen Traum. Und Gott erinnerte auch den Mundschenk an Joseph als den Deuter seines Traums. So kam Joseph vor den Pharao und wurde der zweitmächtigste Mann in Ägypten. Gottes Zeitplan für die Ereignisse in Josephs Leben hätte nicht perfekter sein können!
Wir hätten nie daran gedacht, die Dinge so zu arrangieren, wie Gott es getan hat. Hätten wir die Macht gehabt, Josephs Leben zu planen, hätten wir wahrscheinlich verhindert, dass ihm jemand Schaden zufügte. Aber so, wie Gott es gemacht hat, war es besser.
Es ist ein viel größeres Wunder, wenn das Böse, das Menschen uns antun, dazu genutzt wird, Gottes Pläne für uns zu erfüllen! Gott hat große Freude daran, den Spieß gegen Satan umzudrehen, sodass alle Dinge zum Besten für seine Auserwählten zusammenwirken.
Wenden wir diese Ereignisse auf unsere Lebensumstände an.
Wie sollten wir uns gegenüber bösen Menschen verhalten, gegenüber Brüdern, die neidisch auf uns sind, gegenüber Frauen, die uns fälschlicherweise beschuldigen, gegenüber Freunden, die uns Hilfe versprechen, diese aber vergessen, oder gegenüber einer ungerechtfertigten Inhaftierung?
Glauben wir, dass Gott souverän genug ist, all diese Menschen und alles, was sie tun – ob absichtlich oder unabsichtlich –, so zu nutzen, dass es zur Erfüllung seines Plans für unser Leben beiträgt?
Wenn Er das für Josef getan hat, wird Er es dann nicht auch für uns tun? Er kann es auf jeden Fall und Er wird es auch tun.
Aber ich sage dir, wer Gottes Plan für Josefs Leben hätte durchkreuzen können. Nur eine einzige Person – und das war Josef selbst. Hätte er den Verlockungen von Potifars Frau nachgegeben, wäre er mit Sicherheit von Gott verworfen worden.
Es gibt nur einen Menschen im Universum, der Gottes Plan für dein Leben zunichte machen und vereiteln kann – und das bist du selbst. Niemand sonst kann das tun. Nicht deine Freunde und nicht deine Feinde. Nicht Engel und nicht Satan. Nur du. Wenn wir das einmal erkannt haben, befreit uns das von vielen unserer Ängste und von falschen Einstellungen gegenüber denen, die uns Schaden zufügen.
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